Tine B.

(in english below)

 

Tine B.

Mein Name ist Tine Bischoff, ich bin im Karoviertel zuhause und meine Brötchen verdiene ich normalerweise im Theater im Hafen am Bühneneingang. Seit Ende März bin ich in Kurzarbeit 0; da habe ich direkt eine Organisation ins Leben gerufen (#Karo Kocht), die seit März 2x täglich, 7 Tage die Woche bei Bäckereien alle Reste rausholt und meist per Fahrrad mit meinem Team an Ausgabestellen für Obdachlose und Bedürftige verteilt. Auch bei werwennnichtwir.Hambug e.V., dem Verein, der aus der Initiative des Elbschlosskellers hervorging, bin ich dabei und ansonsten bin ich gerne und langjährig in der Verdi und als Betriebsrätin unterwegs. Mal schauen, wie lange noch, denn meiner Abteilung droht durch coronabedingte Einsparungen auch das Outsourcing.

Mit Lydia und Jörg haben wir uns Ende Oktober draußen an zugigen Ecken getroffen, da wir das Gefühl hatten, irgendwas muss passieren bzw. gemacht werden, damit die Kunst und Kultur nicht per Maulkorb still gestellt wird.

Sich im Lockdown einfach zurückzuziehen auf die warme Couch kam für uns nicht in Frage und – zack war die Idee der Mahnwache geboren. Der Kiez, auf dem ich immer gerne unterwegs war, hat die Lichter ausgeschaltet; Freunde, die Bars und Clubs haben , sind quasi im Berufsverbot trotz Ihrer Anstrengungen und Hygienekonzepte, Musiker, die nicht mal mehr draußen Musik machen dürfen und Solo-Selbstständige die vor finanziellen Sorgen nicht mehr schlafen können.

Gefühlt steht das ganze Viertel erstarrt da und blickt sorgenvoll nach vorne.

Mit dem Mahnwache Zelt ist ein kleines gallisches Dorf entstanden, in dem es möglich ist, Solidarität zu zeigen, sich auszutauschen und gemeinsam durch Einsatz an einem Strang zu ziehen.

Persönlich vermisse ich am meisten laute, geschwätzige Konzerte, sich unbeschwert treffen am Park Fiction, das Barhopping auf dem Nachhauseweg sowie die privaten Treffen mit einer unbegrenzten Anzahl an Freunden. Langfristige Pläne machen ist gerade nicht und trotzdem blicke ich hoffnungsvoll nach vorne und wünsche mir, das wir alle halbwegs gut durch diese Krise kommen.

One Love

Tine B.

My name is Tine Bischoff, I’m at home in the Karoviertel and I usually earn my bread in the theater in the harbor at the stage entrance. I have been on short-time work since the end of March 0; I started an organization straight away (#Karo Kocht), which has been collecting all leftovers from bakeries twice a day, 7 days a week since March and distributing it to the homeless and needy, mostly by bike with my team. I am also involved with werwennnichtwir.Hambug e.V., the association that emerged from the Elbschlosskeller initiative, and apart from that, I enjoy working for Verdi and as a works councilor for many years. Let’s see how long, because my department is also threatened with outsourcing due to corona-related savings.

We, Lydia, Jörg and me, met outside in draughty corners at the end of October, because we had the feeling that something had to happen or be done so that art and culture weren’t muzzled.

Simply retreating to the warm couch in lockdown was out of the question for us and – zack, the idea of ​​the vigil was born. The neighborhood that I always liked to visit has switched off the lights; Friends who have bars and clubs are practically banned from working despite their efforts and hygiene concepts, musicians who are no longer even allowed to play music outside and solo self-employed people who can no longer sleep due to financial worries.

It feels like the whole quarter stands there frozen and worried looking ahead.

With the vigil tent a small Gallic village has emerged, in which it is possible to show solidarity, to exchange ideas and to pull together through commitment.

Personally, what I miss most is loud, chatty concerts, carefree meetings at Park Fiction, bar hopping on the way home and private meetings with an unlimited number of friends. Making long-term plans is not right now and yet I look forward with hope and hope that we can all get through this crisis reasonably well. One love